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Alte Herren gegen Jugendwahn

Am frühen Abend des 31. Juli forderte die neu gegründete dritte Mannschaft des FC Isny die zweite Mannschaft der Alten Herren zum Testspiel im Adolf-Wälder-Stadion. Unter der Leitung von Schiedsrichter Franjo Strbac liefen beide Teams auf das satte Grün - die Alten Herren liefen in Begleitung der Isnyer Mädchenmannschaft bis in die teilweise fehlenden Haarspitzen motiviert auf. Von Beginn an war an der knisterenden Atmosphäre erkennbar, dass keines der Teams hier etwaszu verschenken hatte. Der neu berufene Spielertrainer der Aktiven verknüpfte sogar seine sportliche Zukunft mit dem heutigen
Spielausgang.

Die Mannschaft der AH spielte von Anfang an auf Sieg gegen die Aktiven und ließ sich durch einen frühen Gegentreffer nur kurz irritieren. Der Ausgleich dämpfte die Hoffnungen des im Vorfeld siegesgewiss auftretenden Gegners auf einen ungefährdeten Kantersieg sofort - insbesondere da der Torhüter der AH keinen Zweifel an seiner früheren und immer noch vorhandenen Klasse ließ.  Katzenhafte Reflexe in Kombination mit souveräner Strafraumbeherrschung zogen den Offensivbemühungen der Aktiven ein um das andere Mal den Zahn. 

Die deutlich später in die Saisonvorbereitung eingetretene Altherrenriege ließ im Duell weder Trainings- noch Konditionsrückstand erkennen, sondern spielte mit all ihrer Erfahrung konsequent ihr einstudiertes Spiel: Weiter und riskanter Ball, umgehender Ballverlust, schimpfend stehenbleiben und darauf vertrauen, dass jemand anderes den Fehler wieder ausbügelt. Ein bewährtes Prinzip und taktisches Markenzeichen der Isnyer Altvorderen.

In der zweiten Halbzeit erhielten die Aktiven zwar mehr Spielanteile und konnten direkt zu Beginn den ansonsten glänzend aufgelegten Torhüter überwinden, bevor heldenhaft kurz vor der Linie geklärt werden konnte. Den Spielanteilen zum Trotz kam aber die AH auch immer wieder gefährlich vor das Tor des nun mitspielenden Trainers der Aktiven und belohnte sich schließlich mit der verdienten Führung durch e inen p erfekt p latzierten Schuss. War es der Freudentaumel oder doch senile Verwirrtheit - der Ausgleich folgte auf dem Fuße, so dass die Jubelstürme auf den Tribünen jäh unterbrochen wurden.

Danach dümpelte das Spiel vor sich hin, keine Mannschaft wollte dieses Prestigeduell verlieren.

In der Schlussphase aber zeigte sich die AH deutlich gefährlicher als die jungen Racker, die häufig den Weg über den rechten Flügel suchten, auf dem ein junger Spieler sich zwar redlich mühte, allerdings in der Mitte keine Abnehmer fand.

Auf der Gegenseite blieben hingegen viele aussichtsreiche Chancen ungenutzt liegen, die Waage neigte sich aber deutlich zu Gunsten der alten Herren - im Rund des Stadions wurde das anfängliche Raunen ob des überzeugenden Auftretens der vermeintlichen Außenseiter durch die aufbrandenden Fangesänge der euphorisierten Anhänger übertönt. Mehrfach tauchte ein freier Spieler aussichtsreich vor dem Schlussmann der Aktiven auf. Die Abschlüsse landeten dann allerdings entweder direkt in den Armen des Torspielers oder in den tiefhängenden Wolken des Abendhimmels. In der letzten Minute der Nachspielzeit hatte die AH mit der besten Chance des Spiels den Siegtreffer auf dem Schlappen, aber der Ball verfehlte das Ziel um Millimeter.

So konnten am Ende beide Mannschaften zufrieden vom Platz gehen. Die Aktiven, weil sie die drohende Niederlage noch abwenden konnten, und die alten Herren, weil ein intensiver Abend verletzungsfrei überstanden wurde.